Wie überarbeite ich meine Texte?

Redigieren mit dem Ziel: Verständlichkeit

Redigieren heißt einen Text überarbeiten. Dabei ist zu prüfen, 

  • wurden verständliche Wörter benutzt,
  • wurden durchsichtige Sätze geschrieben (nach dem Motto: Erst der erste Gedanke – dann der zweite Gedanke),
  • wurden Synonyme (Wechsel im Ausdruck) maßvoll eingesetzt und
  • wurde konkret statt abstrakt geschrieben.

Die sog. ESAU-Regel hilft dabei, einen Text unter die Lupe zu nehmen: 

Ergänzen wo eine Lücke auffällt, ein Wort, ein Satz, ein Abschnitt, ein Gedanke fehlt
Streichen wo etwas überflüssig erscheint
Austauschen wo ein Wort, Ausdruck, Satz, Textteil, Gedanke nicht passt – umformulieren
Umstellen wo die Reihenfolge der Satzglieder, Gliedsätze, Sätze, Gedanken oder  Textabschnitte unstimmig ist

Grundsätzlich gilt natürlich die Beachtung sprachlicher Normen wie Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik, Satzbau.

 

Wer noch mehr Regeln zur Orientierung benötigt, dem kann hier geholfen werden: 

Wort-Regel: Suche nach den kürzest möglichen Wörtern. Wörter ab acht Silben sind zu ersetzen.

Satzbau-Regel 1: Die nächstliegende, die lebendigste, die kraftvollste Form der Mitteilung ist der Hauptsatz. Kurze, miteinander im Verhältnis stehende Hauptsätze werden nicht durch Punkte getrennt.

Satzbau-Regel 2: Eingeschobene Nebensätze sind unerwünscht, denn sie mogeln eine zweite Aussage mitten in die erste hinein. Ist die zweite Aussage eine Hauptsache, so muss sie in einen zweiten Hauptsatz verwandelt werden; ist sie eine Nebensache, eine bloße Erläuterung, so ist ihr angemessener Platz der angehängte Nebensatz.

Synonym-Regel: Wechsel im Ausdruck ist bei Verben, Adjektiven, Präpositionen vorzüglich, bei Substantiven meist unmöglich und nicht erstrebenswert.

Konkret-Regel: Kenne und nenne das Konkrete, so ist das Abstrakte fast immer überflüssig. 

Diese Regeln stammen leicht abgewandelt aus: Schreiben und Redigieren. In: Schneider, Wolf und Raue, Paul-Josef. Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus. Rowohlt. 2012. S. 49-68. Im Übrigen ist das Handbuch insgesamt eine sehr gute Informationsquelle in Sachen Journalismus.