Stammtisch im Internat

Im Internat kochen wir uns gemeinsam mit Herrn Gänzle jeden Donnerstag beim Stammtisch selbst etwas zum Essen. Dies ist ein Highlight der Woche, da man mit seinen Internatskollegen zusammen eine tolle Zeit hat und dabei auch noch Kochen lernt. Ohne Herrn Gänzle würde das nicht zu Stande kommen, da nur er die nötige Erfahrung und das Können hat, dass am Ende die Mahlzeit auch essbar ist.

Die Vorbereitung des Essens fängt schon früh an. Schon eine Woche bevor wir kochen, geben wir das Rezept an Frau Schneider weiter, die Chefin der Küche, die dann alle nötigen Zutaten bestellt. 

Der traditionelle schwäbische Eintopf köchelt vor sich hin.

Heute gibt es Gaisburger Marsch. Übrigens ist der Gaisburger Marsch eine schwäbische Erfindung. Im Stuttgarter Stadtteil Gaisburg war das der Sonntagseintopf, der aus Kartoffelschnitz und Spätzle und mit Fleisch von der Rinderbrust gekocht wird. Die Zubereitung geht so: Eine ganze Zwiebel halbieren, dann kurz anbraten und mit geschnittenen Karotten, Sellerie, Kartoffeln, Lauch und der Rinderbrust im Wasser köcheln lassen. Nach anderthalb Stunde das Fleisch entnehmen und in kleine Würfel schneiden. Den vorbereiteten Spätzle-Teig mit der Hand vom Spätzle-Brett in die Suppe schaben. Nach Belieben salzen und pfeffern. Wer mag kann auch noch mit gekörnter Gemüsebrühe fertig würzen. Auf jeden Fall muss aber eine gute Menge Muskatnuss in den Topf gerieben werden. Die Außenhaut der Zwiebel entfernen und danach die Fleischwürfel wieder dazu geben. Etwas Schnittlauch aus dem Garten verfeinert den Gaisburger Marsch, bevor er serviert wird.

Unsere Zutaten für 20 Personen Gaisburger Marsch:

  • 2,5 kg Rinderbrust; 2,5 kg Kartoffeln; 2 Sellerie; 1,5 kg Lauch; 1,5 kg Karotten; 2 kg Zwiebel; 2 kg Spätzle-Teig; ca. 10 Liter Eintopf; 10 Eier; Mehl, Wasser, Salz für den nicht zu dicken Spätzle-Teig.

Um 17:00 Uhr haben wir die Zutaten, die wir heute brauchen, aus der Küche ins Internat getragen. Wir haben daraufhin direkt mit dem Kochen bzw. Waschen der Lebensmittel angefangen. Zuerst haben wir mit dem Schneiden des gewaschenen Gemüses begonnen. Danach haben wir Wasser aufgekocht und das Gemüse auf zwei Töpfe verteilt. Als nächstes haben wir das Fleisch in den Topf getan und den Teig für die Spätzle gemacht. Daraufhin haben 

wir die Spätzle geschabt und in den Topf mit der Suppe reingehauen.  Als das Ganze fertig geköchelt hatte, haben wir das Fleisch wieder aus dem Topf geholt und in Stücke geschnitten. 

Die Tafel ist gedeckt.

In der Zwischenzeit wurden Tische und Stühle geholt, denn heute waren Gäste da. Simon und Jürgen – ehemalige Internatler – sind zu unserer Freude zu Besuch gekommen. Dann haben wir den Tisch gedeckt: Suppenteller mit Esslöffel, Gläser und Untersetzer. Sprudel und Apfelsaft und den Eistee aus dem Kühlschrank auf den Tisch gestellt. Jetzt kam der große Moment: um 20.00 Uhr – pünktlich! – kam der Gaisburger Marsch auf den Tisch. Alex und Christian haben für alle ausgeschöpft und gemeinsam begannen wir den köstlichen Eintopf zu genießen, nachdem Herr Gänzle uns die Historie der Erfindung des Gaisburger Marsches erklärte.

Die Stimmung ist nach der anstrengenden Woche sehr ausgelassen, da alle wissen, dass morgen der letzte Schultag ist. Als dann um 21:00 Uhr alle satt sind, unterhielten wir uns noch ein wenig und spielten daraufhin noch ein paar lustige Spiele. Währenddessen wurde abgeräumt und anschließend gespült. Es war sehr lecker und ein toller Wochenabschluss!

Unser Tipp an das Spül-Team: Die leere Teigschüssel gleich nach Gebrauch mit Wasser einweichen. Das hilft!!! Tipp Nummer zwei: Vergesst die Muskatnuss nicht! J

Meine Bewertung: Dieser Marsch sättigt ungemein und ist dabei noch äußerst lecker. Ein echtes Wintergericht! Er macht echt satt!

von Joshua Kappeller (Klasse 9b)

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