Ein verhängnisvoller Ski-Tag

Der Schnee glitzert. Das Wetter ist perfekt. Ein Tag wie aus dem Bilderbuch. Die Anderen und ich freuen uns auf einen märchenhaften Schneetraum. Das Skigebiet in Arosa ist für die tollen Pisten bekannt. Der Lift ist praktisch vor unserer Haustür. Alle schnallen sich euphorisch die Skier und Snowboards an. Unsere Skigruppe bricht gemeinsam auf. Es sind einfach traumhafte Bedingungen, mein Blick schweift über das gigantische Bergpanorama. Bald schon teilt sich unsere Gruppe auf. Super, ein ganzer Skitag liegt noch vor uns. Natürlich brechen wir gleich zu der einzigen schwarzen Piste in ganz Arosa auf. Früh am Morgen sind die Schneebedingungen einfach noch am besten. Endlich, die schwarze Piste mit der Nummer 3 liegt direkt vor uns. Leider macht das Wetter nicht mehr so mit. Mittlerweile ist es bewölkt. Trotzdem packe ich mein Handy aus und mache ein Foto.

Schicksalsfrage: Was wäre passiert, wenn ich das Foto nicht gemacht hätte?

Die Piste ist noch uneben vom Skitag davor. Und dann geht es los. Adrenalin fliest durch meinen Körper, während ich die Piste herunter brause. Mit großen kontrollierten Schwüngen fahre ich die erste Piste des Tages hinab.  Alles gelingt. Ich mache gerade einen Rechtsschwung, da kommt die Skifahrerin vor mir ins Straucheln. Sie verliert beide Skier beim Sturz und überschlägt sich mehrmals. Das sieht spektakulär aus. Kurz abgelenkt, merke ich nicht, dass mein Ski in einem dieser kleinen Hügel hängen bleibt. In Zeitlupe scheine ich nach links zu kippen. Schon im Fall merke ich, dass diese Verrenkung nicht kniefreundlich ist. Plötzlich höre ich einen Knall und ein übler Schmerz schießt durch mein linkes Bein. Eine derartige Bewegung habe ich noch nie gemacht. Durch das geringe Tempo löst sich die Skibindung nicht. Ich überschlage mich und bleibe auf der Piste liegen. Beide Skier sind noch fest am Fuß. Der Schmerz ist unerträglich. Erst nach einigen Minuten bewege ich mich wieder. Der perfekte Tag hat ein abruptes Ende genommen. Meine Gruppe eilt mir sogleich zu Hilfe. Die Skifahrerin, die vor mir gefahren ist, fährt unbeschadet weiter. Ich versuche aufzustehen. Das Aufstehen fühlt sich komisch an. Trotzdem fahre ich die Piste bis zur nächsten Bergstation langsam herunter. Bei dieser Fahrt verschiebt sich mein Knie nach jedem neuen Schwung. Mein Knie fühlt  sich instabil an. Die nächste Gondel, die kommt nehme ich und mache mich auf den Weg zur Unterkunft. Am nächsten Tag sagt mir ein Arzt, mein Knie sei in Ordnung. Als meine Schmerzen nach drei Wochen nicht aufhören, bekomme ich nach dem MRT-Termin die Diagnose. Ich habe mir mein vorderes Kreuzband gerissen!

von Sarah Engel, Klasse 9b

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