3 Tage, 9 Stunden

Ich werde wohl nicht die einzige sein, die so manches Mal das Gefühl hat, viel zu wenig geschlafen zu habe. Doch ich wollte einmal ausprobieren, wie es ist, wirklich fast nicht zu schlafen. Hier ist mein Ergebnis.

Am Tag vorher bin ich normal aufgestanden, aber abends erst um 24.00 Uhr ins Bett gegangen. Um 3:00 Uhr klingelt der Wecker. Es ist eine ganz schöne Überwindung, um diese Zeit aufzustehen; das wird wohl kaum jemanden überraschen. Mit Jogginghose und Schlapper-T-Shirt schlürfe ich in die Küche. Erst einmal ein bisschen Cola, um die Müdigkeit aus den Knochen zu bekommen. Da Zeit zur Genüge vorhanden ist, nehme ich mir ein Buch, um auf dem Sofa ein bisschen zu lesen. Die Herausforderung ist nicht einzuschlafen. 

Sonderlich viel kann ich in den ersten Stunden auch nicht machen, da alle anderen im Haus ja noch schlafen. Nach einigen Stunden, einem Viertel-Buch, ein wenig YouTube und zwei Müsli-Schüsseln kommt auch meine Schwester ins Wohnzimmer. Zusammen gehen wir zum Bäcker und holen frische Semmeln. Das Laufen an der frischen Luft ist wie kaltes, klares Wasser im Gesicht. Erfrischend. Nun bin ich wach. Der übrige Tag vergeht mehr oder weniger normal. Das jugendliche Leben tröpfelt dahin. Als es allerdings auf den Abend zu geht, werde ich immer müder und meine Stimmung wird immer schlechter. Am liebsten würde ich noch einmal Cola trinken, aber die Aussicht dann später nicht einschlafen zu können, hält mich davon ab. Stattdessen zocke ich mich am Computer munter. Endlich ist es wieder Mitternacht und ich falle todmüde ins Bett. Ich stelle mir mehrere Wecker, denn das Experiment „wenig Schlaf“ soll ja weitergehen. Prompt verschlafe ich den ersten. Der zweite Wecker reißt mich fünf Minuten nach drei aus dem Schlaf. Dieses Mal fällt es mir noch schwerer aufzustehen als am Tag davor. Jede Faser meines Körpers schreit nach mehr Schlaf. So muss sich Fleisch im Fleischwolf fühlen. Mehr oder weniger elegant rolle ich mich aus dem Bett. Über die Treppe mehr rutschend, mehr fallend, stehe in der Küche. Heute sollte es ausnahmsweise einen Kaffee geben. Allerdings ist unsere Kaffeemaschine ziemlich laut und ich verzichte auf das Koffein. Die anderen im Haus sollen ja nicht unter meinem Experiment leiden. Daher begnüge ich mich wieder mit Cola. Auf zum Sofa. Nach wenigen Minuten flimmern und flattern mir die Augenlider. Also gehe ich laufen. Im Nachhinein vielleicht nicht die beste Idee. Draußen war es nicht nur bitter kalt, sondern auch stock dunkel. Auf den Straßen im Ort ist zumindest die Dunkelheit kein Problem, außerhalb vom Dorf schein. Meine Rettung ist der Mond, welcher hell am Himmel scheint. Ich kann wenigstens den Pfad erkennen. Nach einer Stunde laufen bin ich komplett ausgepowert, aber endlich wach und wieder daheim. Duschen wäre nun das Gebot der Stunde. Aber die anderen schlafen ja noch. Also: Deodusche. Hygiene wird bei mir großgeschrieben. Bis zum Frühstück beschäftigte ich mich höchst produktiv mit Bastelarbeiten. Allerdings hat das seinen Preis, denn schon am frühen Mittag kann ich meine Augen kaum noch aufhalten. Bei Kaffee und Kuchen schlaf ich fast im Sitzen ein und kann den Unterhaltungen meiner Familie nicht folgen. Auf dem Weg zum Klo falle ich fast die Treppe hinunter. Meine Beine gehorchen mir nicht mehr. Ich beschließe hier den Versuch abzubrechen, bevor etwas Schlimmes passiert. Ich versuche noch bis zum Abend wach zu bleiben, doch während des Kartenspielens fällt mein Kopf auf den Tisch. Das ist das Ende.

Ich denke, es war eine interessante Erfahrung. Allerdings muss ich es in naher Zukunft nicht wiederholen. Denn wenig Schlaf ist das eine, fast kein Schlaf das andere. Außerdem denke ich, dass so etwas während der Schulzeit ziemlich unmöglich ist, da man gar nicht die Möglichkeit hat sich effektiv abzulenken. Also Leute, schlaft euch aus!

von Laura Fuchs (Klasse 9a)

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