Der kleine Prinz

Bald ist es wieder soweit und es heißt Vorhang auf und Showtime! Damit unser diesjähriges Theaterstück „Der kleine Prinz“ genauso erfolgreich wird wie die Theaterstücke der letzten Jahre, fahren wir auch jetzt wieder nach Heiligkreuztal ins Kloster, um drei Tage intensiv proben zu können.

Am Montagmorgen komme ich um 7.30 am Parkplatz an, welcher der vereinbarte Treffpunkt ist. Ich bin sehr müde und würde am liebsten einfach wieder in mein Bett liegen. Es ist dunkel und kalt und außerdem ist keine Menschenseele zu sehen. Meine Mutter ist ungeduldig, da sie schon längst bei ihrer Arbeit sein sollte. Jedoch wartet sie noch, bis meine Freundin Vanessa den Parkplatz erreicht, bevor sie sich von mir verabschiedet und sich auf den Weg ins Büro macht.

Langsam trudeln auch die anderen Mitglieder unser Theatergruppe ein. Eine viertel Stunde nach der vereinbarten Zeit schafft es auch Frau Hughes endlich auf den Freibadparkplatz. Danke für die zusätzlichen Minuten in der Kälte. Schlecht gelaunt und immer noch müde setze ich mich in das Auto einer meiner Freundinnen, setze die Kopfhörer auf und schließe meine Augen. Stille. Endlich. Nur die Musik klingt in meinen Ohren. 

Als ich meine Augen wieder öffne, biegt das Auto gerade auf den Parkplatz des Klosters Heiligkreuztal ein. Ich werfe einen Blick zu Vanessa, die mich anlächelt, und meine Laune bessert sich schlagartig. Ich nehme die Kopfhörer aus den Ohren und steig aus. Als ich die Kälte spüre, die mich zu durchbohren scheint, bekommt meine gerade so gute Laune gleich wieder einen Eisdämpfer. Ich schnapp mir meinen Koffer und gehe durch die Eingangstür. 

Um 10 Uhr findet meine erste Probe in meiner Rolle des Geographen statt. Mit den anderen Beteiligten dieser Szene stehe ich in einem kleinen Raum. Im Kopf gehe ich meine Bewegungen durch. Zusammen mit Frau Hughes proben wir meinen Text, wobei ich schon beim ersten Satz scheitere. „Egal“, denke ich mir, „wenn wir das dann richtig machen, wird es schon klappen“. Wie sich später herausstellt, ist das nicht der Fall und wir müssen gefühlte 15 Mal von vorne anfangen. Peinliche Situation. Nach ungefähr 40 Minuten Üben klappt es dann relativ flüssig. Da ich der einzige Geograph bin, der kein Brillenträger ist, und eine Brille ja so gut zu einem Geographen passt, reicht mir Frau Hughes die Brille ihres Regieassistenten und meint, ich solle sie aufsetzten. Ich habe die Brille kaum aufgesetzt, als ich bei einem Schritt fast zu Boden gehe. Alles ist verschwommen. „Ja super, jetzt seh ich nicht mal mehr was“, denke ich mir. Für die nächsten drei Durchgänge behalte ich die Brille auf. Als meine Gruppe fertig ist, nehme ich mit einem vor Kopfschmerzen pochenden Schädel die Brille wieder ab und kehre zurück zu den anderen. Ich bin müde, sehe jetzt nicht mehr ganz scharf und mein Kopf streikt. Als ich mich gerade in einen der Stühle gleiten lasse und mich auf eine kurze Pause freue, höre ich Herrn Ferbers Stimme: „So, wir machen dann jetzt weiter“.

von Alina Kehrer (Klasse 9b)

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