Ice Bucket Challenge – was steckt wirklich dahinter?

Simon Ritter als Ice-Bucket-Challenger

Die Ice Bucket Challenge ist nicht nur ein lustiger Trend im Internet, sondern es steckt mehr hinter dieser weltweiten Bewegung. Denn eigentlich geht es um die Nervenkrankheit ALS. 

Wir wollen euch diese Challenge ein bisschen näher bringen und mitteilen, um was es dabei wirklich geht.

ALS (Amytrophe Lateralsklerose) ist eine unheilbare Nervenkrankheit. Durch die Aktion sollen Spendengelder für die Erforschung und Bekämpfung gesammelt werden. Es wurden bis jetzt sage und schreibe über 110 Millionen US-Dollar gespendet.

Bei der ALS-Ice-Bucket-Challenge handelt es sich vermutlich um einen Nachfolger der „Cold Water“ Challenge. Am 30. Juni 2014 strahlte die „Golf Channel morning Show“ erstmals die Aktion live so aus, wie wir sie heute kennen. Nur zwei Wochen später am 15. Juli 2014 stellte der US-Golfer Chris Kenndy ein Video ins Netz, worauf er die Aktion absolvierte. Er nominierte seine Cousine, deren Mann von ALS betroffen war. Der ehemalige Baseballstar, Peter Frates, welcher ebenfalls an ALS erkrankt ist, hatte die Idee, daraus eine Spendenkampagne zu Gunsten ALS erkrankter Leute zu starten. Er nominierte daraufhin viele US-Sportler, die es ihm nachmachten. Richtig bekannt wurde die Challenge jedoch erst durch das NHL-Team Pittsburgh Penguins, welches die größte Fanbase in der NHL hat.

Die Idee hinter der Ice Bucket Challenge ist zum einen das Spenden und zum anderen soll man für einige Sekunden das Gefühl der Lähmung spüren, was ein Erkrankter sein Leben lang ertragen muss.

Sie funktioniert so, dass man sich einen Eimer mit kaltem Wasser und Eiswürfeln über den Körper schüttet und dann drei oder mehrere Personen nominiert, das Gleiche zu tun. Die Regeln sind eigentlich recht simpel. Man wird zum Beispiel über Facebook herausgefordert und muss dann binnen 24 Stunden die Aktion gefilmt und hochgeladen haben. Tut man dies nicht, muss man 100$ spenden. Wenn man alles richtig gemacht hat mindestens 10$ oder mehr. Es gibt hier viele verschiedene Varianten zu beobachten: So wird man in manchen Clips nicht aufgefordert zu spenden, es erfolgt nur eine Nominierung. Diese Variante steht dem ursprünglichen Zweck, auf die Sache, nicht auf die Person aufmerksam zu machen, entgegen.

Sehr viele Prominente haben die Challenge auch schon absolviert, wie zum Beispiel Bill Gates, Charlie Sheen, Will Smith oder sogar Steven Hawkings. Charlie Sheen hat sich angeblich statt Eiswasser, Scheine im wert von 10.000 US-Dollar über den Kopf geschüttet, welche er spenden wolle.

Die ALS-Ice-Bucket-Challenge findet viel Zuspruch, es gibt jedoch auch Kritiker und Probleme.

Die Ärztevereinigung „Ärzte gegen Tierversuche“ forderte dazu auf, nicht für die ALS-Association zu spenden, da diese nach ihrer Auffassung schreckliche Tierversuche durchführe.

Tanja Morschhäuser äußerte sich in der Frankfurter Rundschau ebenfalls kritisch:

„Mittlerweile schwappt die Eiskübel-Welle weiter, ohne dass noch großartig auf diesen ernsten Hintergrund hingewiesen wird. Bei der aktuellen Flut an Eiswasser in sozialen Netzwerken bekommt man den Eindruck, es werde nur noch Wasser geschüttet, um sich ins Gespräch zu bringen. […] So wird aus einer Idee, die eine ernste Angelegenheit humorvoll verpackt, ein verwässertes Internet-Phänomen, das von vielen letzten Endes nur ausgenutzt wird, um sich selbst in Szene setzen.“

Ein Problem ist, dass viele Leute gar nicht spenden, sondern dies nur tun, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber viele wissen gar nicht, wohin sie spenden sollen und lassen es deshalb bleiben.

Für manche Personen könnte die Aktion schwerwiegende, gesundheitliche Risiken beinhalten, wenn diese eine (evtl. noch unbekannte) Herz-bzw. Kreislauferkrankung haben. Dies gilt jedoch hauptsächlich für ältere Menschen.

Im Ergebnis überwiegt jedoch das Positive an dieser Aktion, die eine Steilvorlage in Sachen Publicity für so manche unterfinanzierte Wohltätigkeitsorganisation sein dürfte.

von Melanie Wagner und Simon Ritter

One thought on “Ice Bucket Challenge – was steckt wirklich dahinter?

  1. Wenn diese ganze Aktion dazu beigetragen hat, dass Spenden und vor allen Dingen auch Aufmerksamkeit für die noch völlig unerforschte Krankheit zusammen gkeommen sind, dann ist es eine tolle Sache.

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