Einzigartig und doch gleich?

Ihr kennt das bestimmt, wenn ihr morgens die große Schule betretet und durch die vielen Gänge in euer Klassenzimmer wollt: Ihr müsst euch an vielen anderen Schülern und Schülerinnen vorbei schieben. Dabei kommt es schon mal vor, dass ihr euch gegenseitig mustert. Bei genauerem Hinsehen fällt euch dann vielleicht auch auf, dass manche Schüler und Schülerinnen die gleichen Kleider oder die selben Marken tragen.

Dieses Phänomen finden wir aber nicht nur in der Schule, sondern so gut wie überall. Aber warum ist das eigentlich so? „Warum tragen viele die gleichen Sachen?“, „Ist das nicht langweilig?“, „Macht dich das nicht eifersüchtig, wenn jemand das Gleiche trägt wie du?“ „Hast du eigentlich ein Vorbild?“ Solche Fragen kommen in Sachen Mode immer wieder auf und beschäftigen vor allem Schüler und Schülerinnen im Teenageralter. Und doch wurde nie wirklich darüber geredet oder geschrieben. Das soll sich nun ändern.

Ein Grund dafür liegt sicher darin, dass viele den gleichen Geschmack haben. In einer Umfrage unter Teenagern stellte sich heraus, dass viele nur noch Markenkleidung tragen und meistens die selben Marken. Marken wie Levi’s, Calvin Klein, Tommy Hilfiger und Hollister spielen bei fast 90% der Befragten eine wichtige Rolle in Sachen Kleiderwahl und gutes Aussehen. Nur noch selten hingegen tragen sie Kleidung von Discount-Kleiderläden wie Primark.

Außerdem ist es auffallend, dass viele nur noch in schlichten Farben zu sehen sind. Sie tragen also vor allem viel Schwarz, Weiß, Grau oder Blau. Der Trend der Neon-Farben scheint damit endgültig vorüber zu sein.

Zu der Schlichtheit der Kleidung gehört auch, nichts Aufreizendes für den Schulalltag auszuwählen. Mädchen empfinden in diesem Fall, bauchfrei und andere kurze Sachen als ein „No Go“.

Schülerinnen und Schüler verbringen die meiste Zeit ihres Alltages miteinander und tauschen sich aus. Sie sind sich oft ähnlich und interessieren sich für die selben Dinge. So kommt es auch oft dazu, dass ihnen die selben Marken, Schnitte und Farben gefallen. Ist etwas „schön“, kann es sich wie ein Buschfeuer in einer Schule verbreiten. Dass sich Teenager aneinander orientieren und häufig die gleichen Dinge auswählen, scheint dabei kein Problem darzustellen. Solange man sich wohl fühlt, sollte es nämlich auch keine Rolle spielen, ob man wie die anderen oder vollkommen anders aussieht. Jeder sollte für sich selbst entscheiden können, was ihm gefällt und was nicht. Ob man sich dabei an einem Vorbild orientiert oder nur seiner eigenen Phantasie folgt, sollte bei der Wahl der Kleidung keine Rolle spielen.

von Julie Kussmaul (Klasse 9b)

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