Schnell, laut und Feuer

Lautes Knattern, starker Benzingeruch und gute Laune lagen am 1. Oktober über der Schwäbischen Alb. An diesem durchwachsenen Samstag fand die 10. Turbo Fever statt.

dsc08372Morgens trafen sich die Fahrer am Schlossplatz in Gomaringen, bekamen eine Streckeneinweisung und starteten um 8.45 Uhr. Bei der Turbo Fever handelte es sich um eine Straßencrossrally mit Turbo 5 Fahrzeugen. Diese Baureihe wurde in den 80er Jahren von Renault gebaut. Nachdem alle gestartet waren, hieß es nun 160km bis zur Mittagspause. Die Fahrer bekamen am Morgen ein Bordbuch ausgehändigt, indem nur Pfeile und Kilometerangaben zu sehen waren. Handys oder andere Karten waren nicht erlaubt. Die Fahrzeuge starteten immer im Einminutentakt. Jeder Fahrer hatte einen Copilot. Dessen Aufgabe war zu navigieren. Zunächst fuhren die Fahrer eine ganze Weile, bis sie an die erste Station gelangten. Dort lautete die Aufgabe: Pedalo-Wettfahrt. Die meisten bestritten diese Aufgabe mit Bravur. An diesem Tag waren mehr als 50 Helfer im Einsatz. Die Planungen liefen schon seit gut über einem Jahr, wie Hubert Maier bestätigt. Die Hauptaufgabe war, die über 60 Teilnehmer in einem Hotel unterzubringen.

dsc08310Nach der Pedalo Station folgten noch einige mehr, wie zum Beispiel, wer am lautesten Turbo Fever schrie. In Messkirchen trafen die Fahrer ab 12.00 nacheinander ein. Essen gab es im Schlossrestaurant in Messkirchen. Dort wurden auch die Fahrerkarten abgestempelt, denn die Fahrer mussten unterwegs beweisen, dass sie die richtige Strecke gefahren sind. Dies wurde kontrolliert, in dem auf der ganzen Strecke Schilder mit Nummern aufgestellt waren, die die Fahrer in ihre Fahrkarten eintragen mussten. Nachdem Essen ging es weiter. Es folgten für die Fahrer und ihre Copiloten die nächsten 180km. Auf der ganzen Strecke waren Fotographen und Presseleute präsent, sowie Jörg Steiner. An diesem Tag schoss er mehr als 1200 Fotos, er war überwältigt, wie schnell solch ein über 30 Jahre altes Auto noch laufen kann. Er riskierte fast seine Leben für das perfekte Foto:

„Manchmal war das ganz schön knapp“, wie er uns mitteilte.

Ein Renault Turbo 5 hat sechs Zylinder, die zwischen 110 und 250 PS auf den Asphalt bringen. Diese Autos wurden ursprünglich zum Rallye-Fahren gebaut. In dieser Szene gab es auch mehrere Erfolge für das Auto. Bis BMW und Audi kamen und Allradler einsetzten. Da der Turbo 5 nur ein Heckantriebler ist, war er Mitte der 90er Jahre auch wieder weg vom Fenster.

Nach mehreren Kilometern kamen die Fahrer an die letzte Station. An dieser wurde die Auspufftemperatur gemessen. Die meisten Autos hatten eine Temperatur zwischen 80 und 160 Grad Celsius. Das erstaunliche war aber, dass der diesjährige Sieger, Mattes Berger, nur 56 Grad im Auspuff hatte.

Nach über zehn Stunden auf der Straße kamen die Fahrer nach und nach in Gomaringen an, dort war das diesjährige Ziel. Die Turbo Fever findet in ganz verschiedenen europäischen Ländern statt. Die Fahrer und Fahrerinnen haben sich in einen Internet-Forum zusammen gefunden. An der diesjährigen Veranstaltung haben sich über acht Nationen beteiligt, darunter Luxemburg, Holland, Frankreich und auch Deutschland. Der Veranstalter, Hubert Maier, zieht ein Fazit:

„Es ist erstaunlich wie positiv die Leute miteinander umgehen und neue Leute in eine Gruppe aufgenommen werden. Der Aufwand war zwar hoch, aber dennoch die ganze Arbeit und viele schlaflose Nächte haben sich dann doch ausgezahlt.“

von Paul Sturm (Klasse 9b)

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